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| Die Fünfte gegen Nordwest II |
| 13.10.09 | Alexander Gruza |
Um im ornithologischen Gleichnis des Beitrages vom 2.9.09 zu bleiben, sei es zunächst wie folgt verkündet:
Der Adler ist gelandet!
Der interessierte Leser soll deswegen aber nicht gleich in die Niederungen geheimdienstlicher Aktivitäten entführt werden; denn der Meldung liegt die schlichte und allseits erwartete Tatsache zugrunde, dass die Fünfte ihr erstes Spiel gewonnen hat. Nichts was verborgen bleiben müsste also, wären da nicht die unerwarteten Hindernisse, die auf dem Weg zum Sieg überwunden werden mussten.
Eine dieser sich aus dem Nichts auftürmenden Hürden sei im Folgenden geschildert. Sie mag beispielhaft dafür stehen, welche Fährnisse Tischtennisspieler bisweilen auf ihrem Weg zum Erfolg überstehen müssen.
Der Verfasser dieser Zeilen hatte gerade seine beiden ersten Aufschläge gewonnen, da sprach sein Gegner ihn an:
„Nur wenn das, was ist, sich ändern lässt, ist das, was ist, nicht alles.“
Die Perfidie dieser Äußerung ist augenfällig. Einen ganzen Satz lang musste ich darüber grübeln, was mein Gegner mir eigentlich mitteilen wollte. Zu ergründen vermochte ich es nicht, verlor aber darüber prompt den ersten Satz. 0:1 .
Diese charakterlose, in der Geschichte des Tischtennissports neuartige Finte wollte ich mir nicht ohne weiteres gefallen lassen. Kurz vor Beginn des 2. Satzes ging ich zu ihm, ließ mir die Noppen des Belages auf seinem Schläger zeigen und bemerkte sodann wie beiläufig:
„In dieser reinen Sprache, die nichts mehr meint und nichts mehr ausdrückt, sondern als ausdrucksloses und schöpferisches Wort in allen Sprachen gemeint ist, trifft endlich alle Mitteilung, aller Sinn und alle Intention auch eine Schicht, in der sie zu erlöschen bestimmt sind.“
Das saß. Zugegebenermaßen war auch dieser Spruch weder der Spiel- noch der Sprachkultur förderlich. Aber er brachte mir die beiden nächsten Sätze. 2:1 .
Es war auffallend, wie danach die Mehrheit der gegnerischen Mannschaft ihrem notleidenden Kameraden beratschlagend zur Seite eilte und ein ominöses Tuscheln sich erhob. Auch der – vom Gegner gestellte – Schiedsrichter nahm wild gestikulierend daran teil. Und in der Tat kam zu Beginn des 4. Satzes besagter Schiedsrichter auf mich zu, den Zeigefinger bedeutungsschwanger empor gereckt:
„Unversöhnlichem Denken ist die Hoffnung auf Versöhnung gesellt, weil der Widerstand des Denkens gegen das bloß Seiende, die gebieterische Freiheit des Subjekts, auch das am Objekt intendiert, was durch dessen Zurüstung zum Objekt diesem verloren ging.“
War das eine Art gelber Karte? Eine Neuinterpretation des Tischtennis-Reglements? Oder eine Abmahnung mit Fristsetzung? Völlig verunsichert gab ich den 4. Satz ab, nahezu ohne Gegenwehr. 2:2 .
Ein wohlmeinender Zuschauer sandte Anfeuerungsrufe in meine Richtung:
„Hau ihn um!“
Wohlmeinend, aber nicht sachverständig, jedenfalls nicht in kritischer Theorie. Auch ein späteres:
„Du musst ihn würgen!“
mag zwar als konkrete Handlungsanweisung bedenkenswert gewesen sein, nicht jedoch als Erläuterung des Gesagten.
Der 5. Satz begann und mit ihm ein schweres Ringen. Es stand 10:10 und der Satz ging in die alles entscheidende Verlängerung, Aufschlag bei mir. Da geschah es. Den Blick zum Schiedsrichter gewandt (als würde er den ansprechen), den Mund aber zu mir (damit ich nur alles wohl vernehme), ergossen sich folgende goldenen Worte aus meinem Gegner:
„Meine Denkperspektive bezeichne ich als eine Legierung von Mystagogik und utopisch strukturiertem Idealismus, mein Lebensprogramm als das Miteinander von radikaler Erkenntnis und gemütlicher Moral.“
Woraufhin ich den Aufschlag ins Netz setzte und alsbald den 5. Satz und das ganze Spiel abgab.
Völlig frustriert ging ich zu meinem Gegner und gratulierte artig, aller Willkür zum Trotz. Abschließend fragte ich ihn um meines Seelenfriedens willen:
„Sag mal, was hast Du denn da ganz zum Schluß gemeint? Ich habe es nicht so recht verstanden.“
Großmütig, weil in Siegerlaune, verriet er das Geheimnis:
„Viel essen, viel trinken, fromm sein und a bissl geil.“ | | | |
| Training am 29.10.09 |
| 08.10.09 | Axel Rose |
Kurze Mitteilung:
Die zweite Mannschaft hat ihr Spiel gegen Schwanheim auf Do. den 29.10.09 verlegt. Da die dritte Mannschaft an diesem Tag ebenfalls ein Heimspiel hat wird es nur eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten geben.
Beide Mannschaften freuen sich aber natürlich über zahlreiche Zuschauer... | | | |
| Die Steinschleuder |
| 27.09.09 | Zijad Smajic |
Liebe Freunde!
Es war ein gewöhnlicher Markttag, wie so viele anderen auch…und dennoch wusste er das an diesem Tag etwas aussergewöhnliches geschehen wird, etwas was möglicherweise sein Leben verändern könnte. Zumindest was diesen Tag betrifft!
Denn…, die Kinder…, vor allem die die Hunger leiden, haben ja auch in meisten Fällen eine Denkweise die sich damit zufrieden gibt die Träume und Wünsche auf eben einen einzigen Tag zu beschränken. Meistens reicht es ja auch nicht für mehr!
Die Tische auf dem Gemüsemarkt, die noch bis vor einigen Minuten eben mit allerlei Obst und Gemüse so gut wie geschmückt waren…, haben ihre Standordnung verloren, die Händler waren in Eile um den Markt mit dem Rest was sie nicht verkauft haben nach Hause zu fahren, nur er…er hatte es nicht eilig. Er wusste es das seine Zeit erst dann kommt wenn die Menschen weg sind und der Marktplatz nur noch von Tauben aufgesucht wird. Tauben…..die nach dem Abfall und den Resten gesucht haben und hungrig waren. So wie er auch!
Als die Sonne im Himmel den Höhepunkt erreichte und der Gemüsemarkt menschenleer war, als auch die lätzten Bettler sich entschieden haben wo anders ihr Glück zu versuchen…,dann….dann kamen die Tauben um an dem festlichen Mahl teilzunehmen.
Tomaten,Gurken, Äpfel….Birnen und was auch immer noch von dem was am Boden lag…frassen die Tauben mit einem unersätlichen Appetit wie wenn es ihr lätztes Mahl sein sollte. Und….in der Tat war es ja auch so für einige von diesen friedsamen Vögeln, denn….was dann geschah möge sich der geneigter Leser auch bildlich vorstellen, wahrheitshalber –
der Junge um den es in dieser wahren Geschichte geht…, holte aus seiner Hosentasche eine selbstgemachte Steinschleuder in der Absicht diese auch aus seiner Sicht sinvoll zu gebrauchen.
Er wird doch nicht auf die Tauben zielen?!! Es kann ja nicht sein das ein Junge aus purer „Mordlust“ diese schönen Vögel zu töten versuchen wird?
Wie alt könnte er gewesen sein? Sechs….oder sieben Jahre…? Pechschwarzes Harr, ungekämt…, grosse Augen…deren Blick auf die Tauben gerichtet war und deren Glanz unmisverständlich darauf hindeutete das er es ernst meint, alles wies darauf hin das dieser Junge da ist um den Tod unter den Tauben zu verbreiten.
Die schmutzigen kleinen Hände des Jungen verschwanden für einen Augenblick lang in den Hosentaschen, eine Sekunde dannach hielt er auf den ausgestreckten Handunterflächen die kleinen Steine die er schon am frühen Morgen zusammengesammelt hat um sie als „Munition“ für seine Steinschleuder zu verwenden.
Die linke Hand ausgestreckt, die Rechte fest zusammengeballt dicht neben seinem kindlichen Gesicht und die grossen Augen, mit Spannung und Angst zugleich erfüllt….auf eine der Tauben gerichtet. Mit der Steinschleuder war er einer der besten in seiner Stadt und er war sich seiner Sache sicher – sein Ziel, die Taube…kann er nicht verfählen.
Was dannach geschah…., in den nächsten fünf bis zehn Minuten, kann sich der geneigter Leser möglicherweise auch vorstellen aber ich bin mir ziemlich sicher das in dieses Bild nicht hinein passt….die Tatsache das eben dieser Junge anderthalb Stunden dannach ein Dutzend von getöteten Tauben gekocht und gegessen hat. Und dennoch war es dem so!
Unglaublich?! Eine frei erfundene Geschichte eines Einwanderers der mit seinen ziemlich guten Sprachkenntnisen in Deutsch angeben will…?
Nein, ganz und gar nicht! Der Verfasser dieses Artikels kann sich deshalb so gut an die oben beschriebenen Geschehenisse erinnern….weil er über sich selbst geschrieben hat!
Ja…liebe Freunde, vor gut vierzig Jahren haben einige Jungen in meiner Heimatstadt ab und zu mal auch die Tauben getötet um zu überleben und….ich war einer von ihnen. In der heutigen Zeit schwer vorstellbar, nicht war?
Und dennoch:
In der gleichen Stadt wo ich geboren wurde gibt es immer noch arme Leute.., es gibt Kinder die in den Mülltonnen herumwüllen und nach Nahrung suchen. Der sogenannten „Volksküche“, wo diese Kinder zumindest wärend einer warmen Mahlzeit versuchen ihr Ellend zu lindern….gehen bald die finanziellen Mitteln aus um weiterhin wenigstens ein Lächeln am Tag diesen armen Kinder von ihren Gesichtern zu „entziehen“.
HELFEN SIE BITTE MIT..,
sammeln wir Nahrungsmittel für diese armen Leute, tragen wir dazu bei das in meiner Heimatstadt wenigstens in der bevorstehenden Weihnachtszeit niemand mehr die Tauben töten muss…um zu überleben!
Und so bald ich mir die Trännen von meinem Gesicht weggewischt habe…, denn ich kann ja fast nicht mehr weiter schreiben, gehe ich mal mit meinen eigenen Kindern spazieren, an die Nidda…, mit Hosentaschen voll mit Vogelfutter gefüllt. Die Steinschleuder aus meiner Kindheit brauche ich nicht mehr, in die Hosentaschen meiner Kinder habe ich die leckeren Süßigkeiten reingesteckt….
Schönen Gruß und schönen Tag noch,
Zijad Smajic | | | |
| Die Fünfte gegen Seckbach3 |
| 02.09.09 | Alexander Gruza |
Aus alten, längst vergangenen Zeiten ist uns eine Mär überliefert, die über die Millenia zu einem Archetypus gereift ist. Ein gelb gefiederter Vogel, so heißt es, sei in der Glut der Morgenröte verbrannt, um hernach aus seiner eigenen Asche wieder aufzuerstehen. Phönix war sein Name.
Was, so fragt der Leser nun mit einigem Recht, hat besagter Vogel auf der Homepage von Blau-Gelb zu suchen? Handelt es sich womöglich um einen Vogel im Oberstübchen des Verfassers?
Mitnichten. Es soll vielmehr über die Reinkarnation des mythischen Vogels in unserer Tischtennisabteilung gesprochen werden. Die Rede ist von der 5. Mannschaft, die seit Menschengedenken im Keller ihrer Liga schmort, wenn schon nicht in der eigenen Asche, so zumindest im eigenen Dreck.
Doch es regt sich etwas, die Lebenssäfte steigen, seit Beginn der Saison scheint sie auf wundersame Weise aufzuerstehen. Gegen Seckbach 3, einer auf dem Papier weit überlegenen Mannschaft, gelang ein 8:8, wobei wir dem Sieg eher näher waren als die Gegner.
Held und Symbolfigur des Abends war unser Wolfgang, der an 6 spielend das letzte und somit wichtigste Einzel des Abends zu bestreiten hatte. Nach Lebensjahren hätte sein Gegenüber gut und gern sein Urenkel sein können. Bei dramatischem Verlauf gewann Wolfgang den spielentscheidenden 5.Satz in der Verlängerung. Die nervlich völlig zerrütteten Zuschauer gratulierten dem alten Herrn enthusiastisch, woraufhin der sich beklagte, am Ende des Spiels sei er doch ein wenig unruhig geworden.
Wenn also die Fünfte sich fürderhin empor schwingen sollte wie der Phönix aus der Asche, so liegt das Geheimnis augenscheinlich in der ewigen Jugend ihrer Spieler.
Übrigens heißt es in der Legende noch, der Phönix steige nur einmal alle 500 Jahre hinan.
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| Updates |
| 08.08.09 | Administrator |
Die Mannschaftsaufstellungen sind aktualisiert und die Bilder sind in einer "Zenphoto"-Galerie untergebracht. | | | |
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