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DAS 400-Jahr-Spiel
 10.03.10Gabor Thies 

Liebe Tischtennisfreunde,

am Montag ist es soweit. Ein Teil der fünften Mannschaft wird in unserer Halle ihr 400-Jahr-Spiel bestreiten. Ohne übertreiben zu wollen, sucht dieses Ereignis hessen- und landesweit seines Gleichen. Im Namen der Spieler und der gesamten Abteilung bitte ich um zahlreiches Erscheinen. Dies ist eine tolle Gelegenheit unseren Verein nach außen hin zu präsentieren. U. a. wird auch die regionale Pressse zugegen sein. Würdigt daher mit eurem Kommen und eurer Unterstützung die Verdienste unserer ältesten und treuesten Vereinsmitglieder.

Gabor Thies (Pressechef SV Blau-Gelb Frankfurt, Abteilung Tischtennis)
 

Die Vierte gegen Bonames II
 19.11.09Alexander Gruza 

Die Ausgangssituation war die, dass wir als nicht mehr ganz unbefleckter Tabellenzweiter auswärts gegen Bonames II, den Tabellenführer mit der makellosen Bilanz, anzutreten hatten, wir leicht ersatzgeschwächt, die anderen in Bestbesetzung.

Wochen gründlicher psychologischer Vorbereitung waren dem Spiel vorausgegangen, etwa in Form folgender Rede an die Mitspieler der Vierten:
„Wir werden gegen Bonames II spielen. Ihr müsst siegen, oder ich richte eure Gesichter so zu, dass euch eure Mütter nicht mehr erkennen werden!“
„Wir werden siegen!“ erwiderten wir übrigen fünf, vor Schreck schwitzend.

Kurz vor Spielbeginn besann sich unser Redner und mild lächelnd beruhigte er uns:
„Wir sind hier nicht unter groben und ungehobelten Leuten. Folglich können wir als anständige Ehrenmänner darüber reden. Wir werden sie mit 9:0 abfertigen. Ich will nicht drohen. Ich betone nur, dass die Ehre des Vereins in unseren Händen liegt. Sollte sich allerdings herausstellen, dass es unter euch irgendeinen Lumpen gibt, der sich nicht bis zum äußersten für die gute Sache einsetzt, dann wisst ihr, dass ich mich mit der Behandlung eurer Gesichter nicht begnüge. Einem solchen werde ich das Hinterteil per Fußtritt in Staub verwandeln.“

Es zeigte sich, dass auch unsere Gegner nicht ohne entsprechende Anleitung ins Spiel gegangen waren. In der Einspielphase kam einer von ihnen unvermittelt zu uns und erklärte, dass auch das Reifenspiel außer seiner unzweifelhaften athletischen Bedeutung eine überaus feine Anmut besitze. Da aber unser Tischtennis schon beim Einspielen so offenkundige Defizite auf beiden Gebieten erkennen lasse, wundere er sich, warum wir uns kompensationshalber nicht besagtem Reifenspiel widmeten. Da diese Bemerkung mit einer solchen Diskretion zum Ausdruck gebracht wurde, dass man sie leicht auf 600 Meter Entfernung hören konnte, schwollen bei dem Angesprochenen die Halsadern so an, dass sie wie zwei Akazienstämme ausschauten.

Die Doppel gewannen wir mit 2:1, im vorderen Paarkreuz trennte man sich unentschieden, in der Mitte ging alles verloren und hinten wurde dafür alles gewonnen. Es wogte hin und her. Der Verlauf schien sich bei den zweiten Spielen zu wiederholen. Also erneut 1:1 vorne; und nun waren unsere Nummer 3 und 4 wieder dran. Dazu muss man wissen, dass gerade die Kontrahenten dieser beiden während der gesamten bisherigen Saison noch kein einziges Spiel verloren hatten. Wie zwei Cäsaren warteten sie an ihren Platten, kampfbereit, selbstsicher, siegesgewiss.

Unser Mann mit den feinsinnigen psychologischen Ansprachen war wieder gefordert, denn das ganze Match stand auf der Kippe. Er packte den nächstbesten unserer Spieler am Hals. „Du Schwein, du Verräter, hast du denn vergessen, dass wir zusammen Doppel gespielt haben und dass ich dir schon dreimal die Haut gerettet habe? Wenn Du in den nächsten 15 Minuten nicht den Punkt holst, ziehe ich sie dir ab, die Haut nämlich!“

Als das Spiel begann und der so Ermunterte an die Platte trat, legte er los. Er arbeitete mit den Händen, mit dem Kopf, mit den Beinen, mit den Knien, mit dem Gesäß; einmal biss er sogar in den Ball, er spuckte die halbe Lunge heraus und zerriss sich die Milz, in der 14. Minute aber schmetterte er den ersten sich bietenden Matchball zum Sieg. Dann warf er sich auf den Boden und rührte sich nicht mehr.

Die Spieler des gegnerischen hinteren Paarkreuzes bekamen vor Angst Fieber und verloren ebenfalls. Der Kampf war beendet. Wir hatten 9:6 gewonnen.

Die Welt, wenn auch nicht die Tabellenführung, war unser.
Draußen wartete das Bier.
 

kein Training am Do, 19.11
 11.11.09Daniel Massong 

am Donnerstag, den 19.11.09 ist die Halle für das Herrentraining nicht verfügbar, da an dem Tag 3 Punktspiele stattfinden. Zuschauer und Pin-Up-Girls sind jedoch gern willkommen. Wir hoffen auf Euer Verständnis.

im Auftrag: TaskForceTischTennis
 

Die Fünfte gegen Bornheim 5, Bergen-Enkheim 7 und Ginnheim 4
 06.11.09Alexander Gruza 

Der Leistungssprung der Fünften ist in der Tat dermaßen auffällig, dass der unbedarfte Außenstehende sich fragt, ob das alles mit rechten Dingen zugehen könne. Der Sachverhalt bedarf mithin einer rechtlichen Erörterung, also einer juristischen Tischtennisbetrachtung vor dem Hintergrund des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Das fängt bereits vorneweg an, wenn sich die Mannschaften begrüßungshalber gegenüberstehen und die Mannschaftsführer im Namen ihrer Kollegen artig versichern, sie wünschen dem Spiel einen spannenden, fairen Verlauf. Man will ihnen das auch gerne glauben, doch befindet sich unter den Spielern auch nur einer, der sehr viel mehr darauf erpicht ist, seinen Gegner Mores zu lehren, ihn nach allen Regeln der Tischtenniskunst auszubooten oder ihn schlicht in ein wimmerndes Häufchen Elend zu verwandeln, dann gilt §164.1 BGB:

„Tritt der Wille, in fremdem Namen zu handeln, nicht erkennbar hervor, so kommt der Mangel des Willens, in eigenem Namen zu handeln, nicht in Betracht.“

Man erkennt sofort, hier hat der Gesetzgeber – stets um allseitiges Verständnis bemüht – für`s gemeine Volk geschrieben.

Das Spiel beginnt, es wird nach Kräften gekläppert, einem Spieler gelingt ein Netzroller, wofür er insgeheim seinem Schöpfer dankt, jedoch laut zu seinem Gegner sagt: „Entschuldigung, das tut mir leid!“
In diesem Fall gilt der §118 BGB, offenkundig von Menschenkennern verfasst:

„Eine nicht ernstlich gemeinte Willenserklärung, die in der Erwartung abgegeben wird, der Mangel an Ernstlichkeit werde nicht verkannt werden, ist nichtig.“

Nach den seltenen Fällen, in denen sich ein Schmetterball als zielführend erweist und zum Punktgewinn führt, lässt sich bisweilen folgender Kommunikationsablauf vernehmen:
Der punktende Spieler ruft „Tschu!“, „Yes!“, „Hussa!“, „Yappadappaduuh!“ oder andere Ausdrücke von vergleichbarer Inhaltsschwere in die Halle.
Seine applaudierenden Kumpane konkretisieren diese Bekundungen sodann mit:
„Block ihn tot!“ oder „Mach` ihn nieder!“
Man ahnt es schon, solcherlei sinistren Ansinnen stellt sich der Gesetzgeber in den Weg, nämlich vermittels §166.1 BGB:

„Soweit die rechtlichen Folgen einer Willenserklärung durch Willensmängel oder durch die Kenntnis oder Kennenmüssen gewisser Umstände beeinflusst werden, kommt nicht die Person des Vertretenen, sondern die des Vertreters in Betracht.“

Möglicherweise kamen dem Gesetzgeber seinerzeit Bedenken, die gewünschte Klarheit des Gesetzestextes sei für Tischtennisspieler nicht ausreichend gewährleistet, folglich auch deren erhöhtes Rechtsschutzbedürfnis nicht befriedigt. Darum fügte er noch den §166.2 hinzu, um die gebotene Allgemeinverständlichkeit zu erreichen:

„Dasselbe gilt von Umständen, die der Vollmachtgeber kennen musste, sofern das Kennenmüssen der Kenntnis gleichsteht.“

Inwieweit dieser Paragraph letzten Endes der Schärfung des Unrechtbewußtseins von Tischtennisspielern förderlich ist – zumal während eines laufenden Spiels – dies zu erörtern sei einer noch einzusetzenden Kommission für angewandte Sozialpädagogik überlassen.

Aus all dem folgt aber, dass die juristische Bewertung der Leistungssteigerung der Fünften zu erheblichen rechtlichen Bedenken Anlass gibt.
Das Tischtennis, wie das Leben, steckt eben voller Imponderabilien.

Die Regel gilt jedoch nicht für tischtennisspielende Beamte. Für diese Berufsgruppe zumindest hält die Obrigkeit mit folgender Bestimmung absolute Gewissheit parat:

„Stirbt ein Beamter während einer Dienstreise, so ist die Dienstreise beendet.“
 

Warten auf AG
 04.11.09Thomas Müller 

... angesichts des krassen Leistungssprungs unserer fünften warte ich begierig auf den nächsten Artikel. Vermutlicher Titel: "Der Drache hat gefressen" ...